Bandscheibe allgemein


Was ist eine Bandscheibe ?

Zuerst eine kurze Beschreibung der Wirbelsäule. Es gibt 24 bewegliche Wirbel, die etwa ringartig aufgebaut sind. Sie liegen übereinander, getrennt durch sehr elastische Kissen. Diese Kissen sind die Bandscheiben. Sie bestehen aus einer gel-artigen Substanz, umgeben von faserigen Strängen und sind mit Bändern umgeben, die mit den Wirbelknochen verhaftet sind.

Das "Loch" des Ringes ergibt in den übereinander aufgebauten Wirbeln den Kanal für den Hauptnervenstrang. Die Bandscheiben sind an der Formierung des Zwischenwirbelloches beteiligt, durch die die Nerven den Schutz der Wirbelsäule verlassen und zu anderen Teilen des Körpers gehen.


Was ist die Funktion der Bandscheibe ?

Wie eine tragende Säule in der Mitte eines Gebäudes, so tragen die Wirbel und die Bandscheiben (=die Wirbelsäule) einen großen Teil des Körpergewichts. Das Gewicht wird natürlich von oben nach unten immer größer und deshalb werden auch die Wirbel und Bandscheiben von oben nach unten gesehen größer und stärker.

Die Bandscheiben ermöglichen es der Wirbelsäule, sich zu beugen und zu drehen - im Normalfall ohne Schmerzen. Ohne die Bandscheiben würden die Wirbelknochen aufeinander mahlen. Bandscheiben geben uns auch, im Ganzen gesehen, mehr als 30 cm unserer Größe. Wenn der Mensch älter wird, scheint es, als ob er zusammenschrumpfe, da die Bandscheiben dünner werden.


Wie wir Bandscheibenprobleme bekommen:

Wir bemerken veränderte Funktionen der meisten Teile unseres Körpers. Wir fühlen den Herzschlag... und wir wissen, daß wir atmen. Wenn das Herz durch Überanstrengung schneller schlägt und der Atem schneller wird, wissen wir, daß sich nach einer Ruhepause Herzschlag und Atmung wieder normalisieren werden. Wir sind uns unseres Verdauungssystems bewusst. Wir essen, wenn wir hungrig sind und hören auf, wenn wir satt sind. Obwohl aber unsere Bandscheiben so wichtig sind, spüren wir sie nicht, bis wirklich ein ernstzunehmendes Problem besteht. Und dann brauchen wir Hilfe. Diese Bandscheibenprobleme werden nie von selbst besser.


Die 3 Arten von Bandscheibenproblemen:

Die drei großen Kategorien sind:

  1. Bandsacheibenverlagerung
  2. Bandscheibenriß (Prolaps)
  3. Bandscheibenverschleiß
Die Wirbelsäule kann im allgemeinen eine ganze Menge Stress aushalten, aber ein Fall, eine Rückenverletzung oder eine lang andauernde Zerrung kann einen Wirbel aus seiner normalen Lage herauszwingen, eine Bandscheibe verlagern und Nerven durch Druck irritieren. Das nennt man eine Bandscheibenverlagerung und diese widerfährt fast jedem zweiten Erwachsenen einmal in seinem Leben. Bei einem echten Prolaps ist das äußere Fasernteil der Bandscheibe zerrissen und das weiche gel-artige Teil der Bandscheibe drückt sich durch und presst dadurch oft auf den Nerv, wo er durch das Zwischenwirbelloch die Wirbelsäule verlässt. Wenn aber der äußere Teil nur geschwächt ist und sich vorwölbt, wird durch die chiropraktische Behandlung der Wirbel aus seiner falschen Position gelöst, erlaubt dadurch der Bandscheibe eine normale Stellung und löst den Druck auf den Nerv oder die Nerven, was den Patienten möglicherweise vor einer Operation rettet.


Was ist Bandscheibenverschleiß ?

Mit zunehmendem Alter und abnehmender Aktivität erfährt das elastische Gewebe der Bandscheibe einen Verlust an Flüssigkeit. Dadurch wird die Bandscheibe dünner und schwächer und ist der Aufgabe als Stoßdämpfer nicht mehr so gewachsen wie früher. Obwohl die Bandscheibe ab dem Alter von 25 bis 26 Jahren schon BEGINNT abzubauen, SOLLTE jeder Mensch ein ganzes Leben lang ohne Beschwerden durch diesen Altersprozess sein. Nur wenn der Alters- und Verschleißprozess zu rasch fortschreitet, wird es zu Problemen kommen. Die Bandscheibe beginnt, sich an einer Stelle vorzuwölben und drückt mehr und mehr gegen den Wirbelsäulenkanal und die dort liegenden Nerven und verursacht in dieser Weise Schmerzen.


Wie kommt es zu schnellem Verschleiß ?

Selbst junge Leute können Bandscheibenverschleiß durch unzureichende Ernährung haben. Das heißt nicht, daß sie zu wenig oder die falschen Dinge essen. Jede Zelle des Körpers braucht Nahrung, um zu funktionieren. Die Bandscheibe muss ihre Nahrung aus den Flüssigkeiten , die sie umgeben, absorbieren.

Teilweise geschieht das durch Osmose, aber die eigentliche Nahrungsaufnahme geschieht, wenn die Bandscheibe sich bewegt. Durch die Bewegung wird die umliegende Flüssigkeit herein- und herausgepresst, ähnlich wie bei einem Schwamm. Faktoren, die die Bandscheibenernährung somit ungünstig beeinflussen, sind z.B. Inaktivität, schlechte Haltung, Stress, schwach entwickelte Muskeln, Verletzungen, Muskelkrämpfe und Blockaden.


Symptome:

"Ich hatte seit Jahren einen schwachen Rücken" ist ein Kommentar, den der Chiropraktiker oft von Patienten hört, wenn sie endlich nach langer Zeit bei ihm Hilfe suchen. Meistens hat der Patient dann schon längere Zeit Rückenschmerzen und wenn er Hilfe sucht, sind die Rückenschmerzen andauernd und relativ stark. Die akute Phase wird meistens durch ein Heben, einen Fall oder Unfall eingeleitet, manchmal aber schon durch das Vornüberbeugen beim Zähneputzen. In diesem Stadium ist der Schmerz dann beharrlich und selbst starke Schmerztabletten helfen wenig oder gar nicht. Oft ist der Ischiasnerv mit einbezogen und ein reißender Schmerz mag sich von der Hüfte bis zu den Zehen erstrecken. Ein starker Bandscheiben-prolaps kann eine Paralyse (Lähmung) verursachen. In fast jedem Fall aber kann der Leidende seine normalen Tätigkeiten nicht ausüben, bis der Druck auf den Nerv behoben ist.


Was ist zu tun ?

In etwa 5% der Fälle ist tatsächlich ein "Riss" der Bandscheibe da und ein chirurgischer Eingriff die einzige richtige Lösung. Glücklicherweise können 95% aller Bandscheibenprobleme mit modernen Methoden behandelt werden. 100 Jahre der Forschung und Erfahrung haben den Chiropraktor als Spezialist in der Behandlung von Bandscheibenleiden ausgewiesen.

In den Fällen, wo ein operativer Eingriff notwendig erscheint, wird der Chiropraktiker an einen Chirurg verweisen.


Chiropraktische Behandlung von Bandscheibenleiden:

  1. Chiropraktische Untersuchung mit orthopädischen und neurologischen Tests, um die Ursache und das Ausmaß der Erkrankung festzustellen.
  2. Verlagerung der Wirbelsäule beheben.
  3. Wirbelsäule und Pelvis (Hüftgürtel) balancieren.
  4. Fixierung beheben.
  5. "Ernährung" der Bandscheibe stimulieren.
  6. Bänder und Muskeln revitalisieren.
Diese Methode und viele andere werden in der Behandlung von Bandscheibenproblemen benutzt. Sie sind unbedingt notwendig, um weiterem Verschleiß und Bandscheibenvorfall vorzubeugen. Jeder, der akute oder chronische Rückenschmerzen hat, sollte sofort einen Chiropraktiker konsultieren, um die Ursachen und die Heilungsmöglichkeiten feststellen zu lassen. Nur der Chiropraktiker weiß sicher, ob Ihnen durch chiropraktische Maßnahmen geholfen werden kann.